Sorgentelefon für Kinder und Jugendliche
Anonym, kostenlos und vertraulich
Artikel aus: "Westfälische Nachrichten" vom 19.08.2025
In der Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes haben Britta Bülter und Elisabeth Uhlenbrock das Projekt Kinder- und Jugendtelefon vorgestellt. Die Koordinatorin und die Ehrenamtliche aus Telgte berichteten von 3626 Anrufen allein im vergangenen Jahr.
50 Prozent der Anrufe sind Fake.
Die Beratungsarbeit wird von 25 Ehrenamtlichen zweimal monatlich für zwei Stunden und von zwei Fachkräften geleistet. Anonym, kostenlos und vertraulich, damit wirbt die als "Nummer gegen Kummer" bundesweit bekannte 116111. "50 Prozent der Anrufe sind Fake", berichten beide übereinstimmend. Oft sei es Neugierde, manchmal aber auch ein erster unbeholfener Schritt zur Kommunikation anstehender Probleme.
Regelmäßige Schulungen machen die Ehrenamtlichen fit für ihre Aufgaben, wobei die Hauptgruppe die 16- und 17-jährigen darstellen. Schwierigkeiten mit sich selbst, psychische Probleme, Einsamkeit, Isolation und Selbstverletzung seien die häufigsten Gründe, warum die "Nummer gegen Kummer" gewählt werde. Aber auch Probleme in der Familie und/oder Schule würden thematisiert. Apropos Schule: Acht der 25 Ehrenamtlichen werden jetzt in den Schulen des Kreises Warendorf für das Kinder- und Jugendtelefon werben.
Bedauert wurde, dass sich Schulen erst nach mehreren Anrufen bereit erklärten, das Angebot anzunehmen. "Diejenigen, die uns einladen, sind anschließend begeistert", berichtet Elisabeth Uhlenbrock von ihren Erfahrungen einer hohen Zufriedenheit. Ein Gesicht vor Augen zu haben, spreche für sich. Innerhalb einer Schulstunde stellen sich die Beraterinnen vor.
Als wichtigste Eigenschaften bringen die Beraterinnen und Berater Empathie und gutes Zuhören mit. Sie bringen viel Verständnis für die individuelle Situation auf. Jedes Problem werde ernst genommen, versichert Elisabeth Uhlenbrock. Dabei sei es egal, worum es geht: Stress mit Eltern, Freund oder Freundinnen, Mitschülern, Mobbing oder Abzocke im Internet oder im Klassenzimmer, Angst, Missbrauch, Essstörungen, Depression oder Wut. "Es gibt keine blöden Fragen". betont die Beraterin. Alle würden ernst genommen und es werde gemeinsam nach einer Lösung gesucht.