Social Media Verbot - was meinst du?

Pressemitteilung


Ahlen, April 2026

Umfrageergebnisse des Kinderschutzbundes Münster zu Social Media und Handynutzung: eine Zusammenfassung

Der Kinderschutzbund Münster sieht Handynutzung und Social Media als einen festen Bestandteil der Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die im Rahmen einer anonymen Umfrage erhobenen Rückmeldungen von 1191 Teilnehmenden zeigen: Pauschale Verbote treffen weder die Lebensrealität noch die Einschätzungen junger Menschen. Gefragt sind vielmehr altersgerechte Regeln, verlässlicher Schutz, gute Aufklärung und eine ernst gemeinte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.

Aufgerufen zur Teilnahme an der Umfrage waren auch Jugendliche aus unserm Verband. Wir, als Kinderschutzbund im Kreis Warendorf gehen davon aus, dass die vorliegenden Ergebnisse in gleichem Maße auf unseren Kreis übertragbar sind.

Ausgangslage

Die Umfrage bestätigt, dass digitale Kommunikation und soziale Medien für viele junge Menschen zum Alltag gehören. Die Mehrheit nutzt das Handy täglich zwischen zwei und fünf Stunden. Besonders wichtig sind WhatsApp, YouTube, TikTok, Snapchat und Instagram. Das Handy dient dabei vor allem dem Austausch mit Freund*innen, dem Schauen von Videos und Beiträgen sowie dem Spielen und der Nutzung für Schule und Freizeit. Gleichzeitig zeigen die Antworten, dass viele junge Menschen die Auswirkungen intensiver Nutzung durchaus reflektieren: Längere Zeiten ohne Handy werden häufig als okay oder sogar gut erlebt, und längere Nutzungszeiten werden mit gemischten Gefühlen bewertet.

Haltung zur Debatte um Verbote

Die Rückmeldungen machen deutlich, dass ein pauschales Social-Media-Verbot von vielen Kindern und Jugendlichen abgelehnt wird.

Schlüsselbotschaften aus der Umfrage

Die gegebenen Antworten zeigen vor allem drei zentrale Botschaften:

  • Erstens wünschen sich junge Menschen ernsthafte Medienbildung statt symbolischer Verbote.
  • Zweitens erwarten sie klare Regeln, die sich an Alter, Reife und Plattform unterscheiden
  • Drittens wollen sie, dass Eltern, Schule und Politik mit ihnen statt über sie entscheiden.

Fazit aus den Rückmeldungen

1. Kein pauschales Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche.

Ein generelles Verbot ist weder praktikabel noch verhältnismäßig. Es verfehlt die Realität digitaler Lebenswelten und ignoriert die differenzierten Einschätzungen der jungen Menschen.

2. Altersgerechte Zugänge und klare Schutzstandards.

Plattformen und Inhalte müssen stärker nach Altersgruppen differenziert werden. Für jüngere Kinder braucht es kindgerechte Räume, für Jugendliche abgestufte Freigaben, wirksame Schutzfunktionen und transparente Alterskontrollen.

3. Medienbildung ab der Grundschule.

Kinder und Jugendliche brauchen frühzeitig Wissen über Datenschutz, Privatsphäre, Mobbing, problematische Inhalte, Desinformation und digitale Selbstbestimmung. Medienkompetenz muss verbindlicher Teil von Bildung sein.

4. Eltern stärken, nicht allein lassen.

Eltern sollen bei der Begleitung digitaler Medien unterstützt werden. Dazu gehören niedrigschwellige Informationen, Beratung und alltagstaugliche Materialien, statt bloßer Appelle an individuelle Verantwortung.

5. Beteiligung junger Menschen ernst nehmen.

Wer über Regeln und Schutzmaßnahmen spricht, muss Kinder und Jugendliche einbeziehen. Die Umfrage zeigt klar: Junge Menschen haben differenzierte und konstruktive Vorschläge, die in politische Entscheidungen einfließen müssen.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass es nicht um die Frage „Social Media: ja oder nein“ geht, sondern um die Frage, unter welchen Bedingungen digitale Teilhabe sicher und altersgerecht möglich ist. Die Befragten fordern mehrheitlich Prävention, Bildung und Schutz statt eine einfache Verbotslogik.

Schlussfolgerung

Es braucht eine kinder- und jugendgerechte Digitalpolitik, die die Rechte junger Menschen stärkt, ihre Lebensrealität ernst nimmt und Schutz mit Teilhabe verbindet. Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich: Junge Menschen wollen nicht bevormundet werden, sondern sicher, kompetent und selbstbestimmt mit digitalen Medien aufwachsen.

Download der Ergebnisse

Möchten Sie tiefer in die Daten eintauchen? Die vollständige Auswertung unserer Umfrage mit allen Grafiken und spannenden Einblicken in die Freitextantworten der Jugendlichen finden Sie hier:

Microsoft Forms

Deine Meinung zu _Social Media & Handynutzung ist gefragt!.xlsx

Wir danken allen 1.191 Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Vertrauen und ihre Offenheit!


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