Handabdrücke als Zeichen der Identifikation
Statement für Kinderrechte
Artikel aus: "Die Glocke" vom 01.10.2025
"Alle Kinder haben Rechte!", dieses klare und aussagekräftige Plädoyer für den Kinderschutz ist ab sofort über einem farbenfrohen Regenbogen an der Außenwand der Turnhalle der Paul-Gerhardt-Schule zu lesen.
Umrahmt wird es von zahlreichen bunten Handabdrücken, mit denen die gesamte Schulgemeinde im Rahmen eines Schulfestes am Samstag signalisierte, dass sie sich zu den grundlegenden Rechten der jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft bekennt. "Die Aktion ist großartig, um die Kinderrechte bekannt zu machen", befand Andrea Schatke vom Kinderrechtebüro des Kinderschutzbunds bereits einige Tage zuvor - und verwies dabei auf die gute Sichtbarkeit des Werks von der viel befahrenen Beckumer Straße aus. Dieser Gestaltung der renovierten Außenwand vorangegangen war ein Workshop, den Andrea Schatke und ihre Kollegin Pauline Kaupmann mit der Klasse 4b der Grundschule im Unterricht durchgeführt hatten. Welche Kinderrechte sieht die UN-Kinderrechtskonvention vor? Welche Gewaltformen gibt es? Und wo kann man sich als Kind gegebenenfalls Hilfe holen? Diese und viele weitere Fragen standen im Fokus von zwei sehr intensiven Unterrichtsstunden.
Unter anderem schauten sich die Schülerinnen und Schüler auch kleine Videos zum Thema Gleichbehandlung an, die in Diskussionen über dargestellte Situationen mündeten. Zudem machten sie sich auch Gedanken, wie die Wand ihrer Turnhalle in Zukunft konkret aussehen soll. Wo sollen welche Rechte erwähnt sein? Bei diesen Überlegungen stellte sich heraus, dass die Mädchen und Jungen ihrem Recht am eigenen Bild eine sehr hohe Bedeutung beimessen. So wurde etwa mehrfach erwähnt, dass man das ungewollte Weiterleiten von Bildern über Messenger-Dienste und in den Sozialen Medien als sehr störend empfinde und nicht akzeptieren wolle.
"Ich bin überwältigt"
Ebenfalls an der Turnhallenwand erwähnt sind Sport und Freizeit, der Schutz des Privatlebens, Bildung, die freie Meinungsäußerung, Schutz, Gleichbehandlung sowie Hilfe, Kleidung und Beteiligung.
Insgesamt war der Workshop der erste von zahlreichen weiteren, die im Zuge der geplanten Errichtung eines Platzes der Kinderrechte auf dem neuen Dr. Paul-Rosenbaum-Platz folgen sollen. "Ich bin überwältigt von der Umsetzung und der Größe", freute sich die Stadtschulpflegschaftsvorsitzende Belgin Inderwiedenstraße, die das meterlange Werk ebenfalls unter die Lupe nahm. "Das ist ein sichtbares Zeichen für die Kinderrechte nach innen und außen", ergänzte ihre Kollegin Mechthild Zumloh-Borghoff. Unterstützt hatte die Aktion neben dem Förderverein "Stadtelternrat Ahlen" auch das Stadtteilbüro Süd-Ost. "Die Handabdrücke sorgen für Identifikation", freute sich Schulleiterin Julia Beier über das gelungene Ergebnis, das die Schulgemeinde nicht nur verbindet, sondern auch nach außen hin deutlich sichtbar sein soll.