Die Kinder rücken in den Fokus
Sponsoren für künftigen "Platz der Kinderrechte" gesucht
Artikel aus: "Die Glocke" vom 06.09.2025
Armut, Bildungsgerechtigkeit und auch psychische Gesundheit. Das sind drei der Herausforderungen, die auch in Deutschland nach wie vor bestehen, wenn es darum geht, Kinderrechte zu fördern und zu wahren.
In Ahlen wird das Thema künftig gut sichtbar im Stadtbild verankert sein: Ein "Platz der Kinderrechte" soll bis zum kommenden Sommer auf dem neu gestalteten Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz entstehen - ein deutlich wahrnehmbares Zeichen für die jüngsten und schutzbedürftigsten Bürger der Stadt. Initiiert hatten das Projekt die Stadtschulpflegschaft Ahlen und das Kinderrechtebüro des Kinderschutzbundes Kreisverband Warendorf (Pauline Kaupmann und Andrea Schatke). Auch die Verwaltung begleitete in der Anfangsphase bei der Suche nach dem Standort. In der Folge nahm das Vorhaben dank des ehrenamtlichen Engagements vieler Akteure immer konkretere Formen an. Das Resultat: Es soll eine interaktive Stellwand zum Thema Kinderrechte errichtet werden, bei deren Umsetzung iin Bezug auf Form und farbliche Gestaltung Sandra Hartkamp von der PR-Agentur "earlybird" involviert ist. Sie wird an drehbaren folierten Platten wechselnd zehn ausgewählte Rechte der 1990 in Kraft getretenen UN-Kinderrechtskonvention präsentieren, die auch durch Aussagen von Kindern dargestellt werden.
Aktiv bei der Gestaltung einbinden
Entstehen sollen diese Bilder im Rahmen von Workshops an den Grundschulen. "Uns war es wichtig, einen lebendigen Ort zu schaffen, der die Rechte der Kinder sichtbar macht und interaktive Möglichkeiten bietet", sagt Stadtschulpflegschaftsvorsitzende Belgin Inderwiedenstraße. Damit das gelingt, sollen die Inhalte der Stellwand nicht nur regelmäßig aktualisiert werden, sondern auch verschiedene Beteiligungsworkshops stattfinden.
Geplant ist eine Graffiti-Aktion, bei der Jugendliche Kunstwerke zu den Kinderrechten kreieren sollen. Zudem planen die Projektpartner, einen Lesekoffer anzuschaffen, welcher Bücher und Spielmaterialien beinhaltet und von Kitas ausgeliehen werden kann. Ein Baustein soll ein Vorlesetag mit prominenten Vorlesepaten in allen Kitas sein. "Wir wollen die Kinder und Jugendlichen aktiv bei der Gestaltung einbinden, damit sie sich niederschwellig mit den Kinderrechten vertraut machen können", erklärt Mechthild Zumloh-Borghoff von der Stadtschulpflegschaft. Es gehe darum, einen lebendigen Lern- und Begegnungsort im Herzen Ahlens zu schaffen, der bürgerschaftliches Engagement fördere, indem Bürger, Kitas und Schulen dauerhaft eingebunden werden, um eine langfristige Wirkung zu erzielen. Man wolle kein starres Denkmal schaffen, sondern einen Platz, der sich immer wieder weiterentwickle und aktualisiere. "Das ist für uns ein echtes Herzensprojekt", unterstreicht Zumloh-Borghoff.
Um den "Platz der Kinderrechte" mit de, geschilderten Konzept zu realisieren, suchen die Projektpartner Sponsoren, die das Projekt unterstützen möchten. "Dabei geht es nicht nur um die Kosten für die Errichtung der Stellwand, sondern auch um die Workshops und Veranstaltungen", so Inderwiedenstraße. Zudem müssten laufende Kosten für die Organisation (Gestaltung von Flyern und Werbeaktionen) abgedeckt werden. Warum es sich lohne, den "Platz der Kinderrechte" zu unterstützen? "Wir können so eine positive Veränderung für die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft bewirken", sind die beteiligten Akteure überzeugt. Mitmachen könnten alle Vereine, Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen. Unterstützer sollen unter anderem mit ihrem Logo am Platz erwähnt werden.